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Wie Sie nach einer Kündigung Ihr Arbeitszeugnis richtig anfordern und prüfen – Schritt-für-Schritt für Arbeitnehmer

Nach einer Kündigung ist das Arbeitszeugnis eines der wichtigsten Dokumente für Ihre berufliche Zukunft. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Arbeitszeugnis richtig anfordern und sorgfältig prüfen. Sie erhalten klare Schritt-für-Schritt-Anweisungen, um Ihre Rechte als Arbeitnehmer zu wahren und häufige Fehler zu vermeiden. So sind Sie bestens vorbereitet, um Ihr Zeugnis fristgerecht einzufordern und auf korrekte Formulierungen zu achten – für einen reibungslosen Übergang in Ihre nächste berufliche Herausforderung.

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Wie Sie nach einer Kündigung Ihr Arbeitszeugnis richtig anfordern und prüfen – Schritt-für-Schritt für Arbeitnehmer

Ein Arbeitszeugnis ist nach einer Kündigung ein entscheidendes Dokument, das Ihre berufliche Leistung und Ihr Verhalten im Unternehmen bewertet. Damit Sie Ihre Rechte als Arbeitnehmer kennen und das Zeugnis korrekt anfordern und prüfen können, finden Sie hier eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Warum ist das Arbeitszeugnis so wichtig?

  • Es dokumentiert Ihre beruflichen Leistungen und Fähigkeiten.
  • Es beeinflusst Ihre Chancen bei künftigen Bewerbungen.
  • Es ist gesetzlich ein Recht jedes Arbeitnehmers nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Ihre Rechte als Arbeitnehmer beim Arbeitszeugnis

  • Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis (§ 109 GewO).
  • Anspruch auf ein einfaches oder qualifiziertes Zeugnis.
  • Das Zeugnis muss wohlwollend und wahrheitsgemäß sein.

Schritt 1: Arbeitszeugnis anfordern nach Kündigung

So fordern Sie Ihr Zeugnis richtig an

  1. Zeitpunkt wählen: Fordern Sie das Zeugnis idealerweise direkt mit der Kündigung oder spätestens zum letzten Arbeitstag an.

  2. Schriftliche Aufforderung: Bitten Sie Ihren Arbeitgeber schriftlich um ein qualifiziertes Zeugnis. Beispiel:

    „Hiermit bitte ich Sie, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zum Ende meines Arbeitsverhältnisses am [Datum] auszustellen.“

  3. Frist setzen: Geben Sie eine angemessene Frist von etwa zwei Wochen an.

Beispiel für eine schriftliche Anfrage

Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name],

hiermit bitte ich Sie, mir zum Beendigungsdatum des Arbeitsverhältnisses am [Datum] ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Bitte senden Sie mir dieses bis zum [Datum, zwei Wochen später] zu.

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen,

[Ihr Name]

Schritt 2: Das Arbeitszeugnis erhalten und prüfen

Was gehört in ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?

  • Vollständige Angaben zu Ihrer Person und Beschäftigung.
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses.
  • Beschreibung Ihrer Aufgaben und Tätigkeiten.
  • Beurteilung Ihrer Leistung und Ihres Verhaltens.
  • Schlussformel mit Dank und Zukunftswünschen.

Wichtige Punkte bei der Prüfung

  • Keine versteckten Codes: Achten Sie auf scheinbar positive Formulierungen, die negativ gemeint sein können.
  • Korrekte Angaben: Namen, Daten und Tätigkeitsbeschreibung müssen stimmen.
  • Keine Rechtschreibfehler: Fehler können unprofessionell wirken.

Häufige versteckte Formulierungen und ihre Bedeutung

FormulierungBedeutung (oft)
„Bemüht“Leistungen waren unzureichend
„Im Rahmen seiner Möglichkeiten“Eingeschränkte Fähigkeiten
„Er/Sie war stets bemüht“Unzufriedenstellend

Schritt 3: Korrekturen anfordern

Vorgehen bei fehlerhaftem Zeugnis

  1. Schriftliche Korrekturbitte: Formulieren Sie höflich, aber bestimmt, welche Punkte Sie korrigiert haben möchten.
  2. Frist setzen: Geben Sie auch hier eine Frist von ca. zwei Wochen.
  3. Notfalls rechtliche Beratung: Wenn der Arbeitgeber nicht reagiert, kann eine Beratung bei Gewerkschaften oder Fachanwälten sinnvoll sein.

Beispiel für eine Korrekturbitte

Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name],

vielen Dank für die Zusendung meines Arbeitszeugnisses. Einige Formulierungen entsprechen leider nicht meiner Einschätzung und meiner tatsächlichen Leistung. Ich bitte um Überarbeitung der folgenden Punkte:

  • [konkrete Punkte nennen]

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung bis zum [Datum].

Mit freundlichen Grüßen,

[Ihr Name]

Schritt 4: Häufige Fehler und Stolperfallen vermeiden

  • Arbeitszeugnis nicht erst nach Monaten anfordern.
  • Nicht auf versteckte negative Formulierungen hereinfallen.
  • Auf Vollständigkeit und Unterschrift achten.
  • Zeugnis nicht nur im Eifer des Moments akzeptieren.

Tipps und Best Practices

  • Bewahren Sie alle Schriftwechsel auf.
  • Vergleichen Sie Ihr Zeugnis mit Musterzeugnissen.
  • Nutzen Sie Online-Tools zur Analyse von Zeugnisformulierungen.
  • Holen Sie bei Unsicherheiten fachlichen Rat ein.

Troubleshooting: Was tun, wenn...

...der Arbeitgeber nicht antwortet?

  • Erinnern Sie schriftlich freundlich an Ihre Anfrage.
  • Wenden Sie sich an den Betriebsrat oder eine Gewerkschaft.

...das Zeugnis unverständlich ist?

  • Lassen Sie es von Experten oder vertrauten Kollegen prüfen.

...Sie mit dem Zeugnis nicht einverstanden sind?

  • Fordern Sie eine Überarbeitung an.
  • Prüfen Sie die Möglichkeit einer rechtlichen Klärung innerhalb der dreiwöchigen Klagefrist nach Kündigung.

Fazit

Ein korrektes und wohlwollendes Arbeitszeugnis ist nach einer Kündigung ein wertvolles Dokument für Ihre berufliche Zukunft. Fordern Sie es rechtzeitig schriftlich an, prüfen Sie es sorgfältig und zögern Sie nicht, Korrekturen einzufordern. So schützen Sie Ihre Rechte als Arbeitnehmer und sorgen für eine solide Basis für Ihre weiteren Karriereschritte.


Hinweis: Dieser Beitrag enthält keine Rechtsberatung. Bei individuellen Fragen wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder Ihre Gewerkschaft.

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